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Selbstzweifel überwinden – der wichtigste Schritt

Als ich vor fast 13 Jahren mein Diplom der Psychologie überreicht bekam, war ich über meine eigene Reaktion sehr verwundert. Ich fühlte eine Mischung aus Stolz und Zweifel. Selbstzweifel! Hatte ich das Einser-Diplom wirklich verdient? War ich wirklich so gut? Vielleicht habe ich nur Glück gehabt in den Prüfungen und die Prüfer meinten es gut mit mir? Vielleicht wurden mir einfach nur die richtigen Fragen gestellt? Was, wenn andere merken, dass ich eigentlich gar nichts weiß?

DAS HOCHSTAPLER - PHÄNOMEN

Diese Erfahrung, die ich damals machte, ist ein ganz typisches Merkmal für Menschen mit Selbstzweifeln. Sie können ihre eigene Leistung nicht anerkennen und für sich auf der „Haben-Seite“ verbuchen. Gute Leistungen werden lieber auf einen glücklichen Zufall zurückgeführt oder damit erklärt, dass andere nur nicht bemerkt hätten, wie wenig man im Grunde kann. Man fühlt sich wie eine Mogelpackung und ist in ständiger Angst aufzufliegen. Psychologen nennen dies das Imposter-Syndrom oder auch Hochstapler-Phänomen.

Der Begriff wurde erstmals 1978 in einem Artikel von Pauline R. Clance und Suzanne A. Imes eingeführt. Beobachtungen zeigten, dass insbesondere erfolgreiche und intelligente Frauen von diesem Phänomen betroffen waren. Dabei fällt mir ein, dass ich im Alter von ca. 18 Jahren einen Intelligenztest machen ließ und mir ein IQ von 133 bescheinigt wurde. Damit galt ich als hochbegabt. Wow! Wieder diese Mischung aus Stolz und Zweifel. Und so misstraute ich auch diesem Test. „Bestimmt hat der Berater sich verrechnet.“, „Ich hab eben Glück gehabt, würde ich den Test wiederholen, würde ich viel schlechter abschneiden.“ waren meine damaligen Gedanken.

​Mittlerweile wird klar, dass nicht nur Frauen sich mit derlei selbstabwertenden Gedanken plagen, sondern das Hochstapler-Phänomen geschlechtsunabhängig auftritt. Es bezieht sich dabei immer auf Leistungssituationen - kaum auf soziale Gegebenheiten. Gute und sehr gute Leistungen werden externen Ursachen zugeschrieben (Glück, Zufall, ein netter Prüfer usw.), während die Ursachen für Misserfolge innerhalb der Person gesucht werden (mangelnde Fähigkeiten).

​MEINE WICHTIGSTE ERKENNTNIS

Gerne gesellt sich zum Hochstapler-Syndrom noch ein gemeiner Perfektionismus hinzu, der schier unmenschliche Erwartungen an die eigene Person, aber auch an die Mitmenschen stellt. Wie oft schon habe ich gehört „Du hast aber auch ziemlich hohe Erwartungen.“ Misserfolg ist quasi vorprogrammiert und so schließt sich der Kreis der ständigen Selbstabwertung. Hat man es doch mal geschafft, seine hohen Erwartungen zu erfüllen, kann man sie nicht feiern, denn sie beruhen ja lediglich auf Glück und Zufall. Meist aber steckt man die Ziele vorsorglich so hoch, dass sie ohnehin unerreichbar bleiben, womit ein ausgeklügeltes Muster der Selbstabwertung in Gang gesetzt wird.

In diesem Muster war ich über viele Jahre und sogar Jahrzehnte gefangen. Sätze wie „Das schaffst du schon.“ oder „Du kannst das!“ prallten an mir ab und hinterließen ein Gefühl des Nicht-verstanden-werdens. Wenn ich jedoch auf eine Person traf, die mir signalisierte, dass sie wirklich an mich glaubte, sich mit mir auseinandersetzte und mir Empathie entgegenbrachte, dann war dies wie Balsam für mich. So lange, bis sich ein weiteres tückisches Muster auftat, denn ich wollte natürlich Recht behalten und diesen Menschen beweisen, dass ich wirklich nichts kann. Was glaubst Du, wie lange es der Andere dann mit mir aushielt und versuchte, mich vom Gegenteil zu überzeugen? Genau: nicht allzu lang.

Irgendwann war Schluss. Ich hatte selbst genug von dem eigens von mir (wenn auch unbewusst) kreierten Spiel der Selbstabwertung. Ich stellte mir die Frage: „Wieviele Jahre deines Lebens willst du noch mit Selbstzweifeln verbringen? Wie lange willst du noch deine Lebenszeit vergeuden mit diesem Quatsch? Bist du wirklich so gemeint gewesen? Oder kannst du deine Lebensaufgabe nicht viel besser erfüllen, indem du diese Zweifel überwindest, dir klar machst, was du kannst und ENDLICH deine Lebenszeit nutzt? Die erste Hälfte deines Lebens ist rum. Vergeude nicht auch die zweite indem du dich klein machst und dich in Frage stellst!“ Wow! Diese Fragen hatten es echt in sich. Mir wurde plötzlich bewusst, was ich davon hatte, diese Muster anzuwenden:​

  • ich musste nie zu meiner Größe stehen
  • in meiner Gegenwart fühlten sich andere groß, da ich mich klein machte
  • mir wurde gut zugeredet und Mut gemacht - das tat gut
  • ich musste keine Selbstverantwortung übernehmen
  • ich hatte immer ein „Ja, aber…“ als Argument, um Dinge nicht angehen zu müssen
  • usw.


WAS DU TUN KANNST UM DEINE SELBSTZWEIFEL ZU ÜBERWINDEN

Für mich war der wichtigste Schritt, mir klar zu machen, welches Spiel ich da eigentlich spielte und was ich davon hatte, was für mich dabei heraussprang, wenn ich mich derart in Frage stellte. So unangenehm Selbstzweifel auch sein mögen, sie haben immer auch ihre positiven Seiten, bewahren uns vor Unangenehmem, schonen uns, nehmen uns Verantwortung ab.

Werde dir dessen bewusst und dann: ENTSCHEIDE DICH!

Wie lange willst du noch so weiterleben?

Wie lange willst du noch deine Lebenszeit verschwenden?

Übernimm die Verantwortung für dich, dein Leben und deine Erfolge und feiere sie.

Die Beantwortung dieser Fragen erachte ich als einen der wichtigsten Schritte zur Überwindung der Selbstzweifel, dieser Schritt hat bei mir die Kehrtwende gebracht. Wir Menschen sind zielgerichtete Wesen und hinter jedem Verhalten steckt neben dem bewussten Ziel immer auch ein unbewusstes. Finde dein unbewusstes Ziel, das du mit den Selbstzweifeln erreichen willst und dann überlege dir, ob du so weiter machen willst. Sei schonungslos ehrlich zu dir selbst, dann findest du die Antwort!

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"ZAHLT DAS DIE KRANKENKASSE?"

Immer wieder werde ich gefragt, ob ich als Psychologin eine Kassenzulassung habe und mit den Krankenkassen abrechnen kann, oder ob man zumindest über das Erstattungsverfahren, die Kosten für meine Leistungen zurück bekommen kann. 

​In diesem Artikel möchte ich Dir erklären, was es mit den verschiedenen Verfahren auf sich hat und Du erfährst welche Vorteile es haben kann, Deine Sitzungen selbst zu zahlen. 

WAS IST EINE KASSENZULASSUNG?

Psychotherapie ist grundsätzlich eine Leistung der gesetzlichen Krankenkassen. Diese übernehmen die Kosten für eine Psychotherapie zu 100%. Du musst nichts zuzahlen. 

​Wichtig: Psychotherapie ist eine Antragsleistung, d.h. Du musst nach den Probesitzungen (bei Kassenpsychologen stehen Dir bis zu 5 Probesitzungen zu) bei Deiner Krankenkasse einen Antrag auf Psychotherapie stellen. Erst nach der Bewilligung weißt Du sicher, dass die Kosten übernommen werden. Sollte der Antrag abgelehnt werden, kannst Du Widerspruch einlegen. 

WELCHER PSYCHOLOGE ERHÄLT EINE KASSENZULASSUNG?

Psychotherapeuten, die mit den Krankenkassen abrechnen wollen, müssen bestimmte Kriterien erfüllen. Sie müssen:

  • approbiert sein, d.h. eine staatliche Behandlungserlaubnis besitzen
  • zur kassenärztlichen Versorgung zugelassen sein
  • eine psychotherapeutische Methode anwenden, die zu den sog. "Richtlinienverfahren" gehört. Dies sind bisher:
    1. Verhaltenstherapie
    2. Tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie
    3. Analytische Psychotherapie
    4. Neuropsychologische Therapie

Kann ein Psychologe ein oder mehrere dieser Kriterien nicht erfüllen, so kann er nicht mit den Krankenkassen abrechnen.

UND WAS IST EIN KOSTENERSTATTUNGSVERFAHREN?

Wenn Du schon einmal versucht hast, bei einem Kassenpsychologen einen Termin zu bekommen, dann weißt Du, dass das keine leichte Sache ist. Meist musst Du mit langen Wartezeiten für ein Erstgespräch rechnen. In der Regel wartest Du 6-12 Monate auf einen solchen Termin. Viele Klienten können und wollen so lange nicht warten. 

Hast Du dann Dein Erstgespräch und stellst fest, dass die Chemie zwischen Dir und dem Psychologen nicht stimmt, fängst Du wieder von vorne an. Ein mühsamer und entmutigender Prozeß beginnt und viele geben an dieser Stelle auf. 

Es gibt einfach zu wenig Psychologen mit Kassenzulassung. Daher besteht die Möglichkeit, eine Behandlung bei einem Psychotherapeuten zu erhalten, der keine Kassenzulassung hat. Dazu ist ein Nachweis notwendig, der belegt, dass Du dringend behandlungsbedürftig bist und dass Du bereits bei mehreren Kassenpsychologen angefragt, jedoch keinen Termin erhalten hast, bzw. nur mit langer Wartezeit von mehreren Monaten.

Psychotherapeuten, die über das Kostenerstattungsverfahren arbeiten können, haben zwar eine Approbation, aber keine Kassenzulassung. Sie arbeiten in einer Privatpraxis und stellen Dir ihre erbrachten Leistungen in Rechnung. Diese kannst Du dann bei Deiner Krankenversicherung einreichen. 

Es ist sinnvoll, Dir im Vorfeld die Übernahme der Kosten bei dem von Dir ausgesuchten Therapeuten, von Deiner Krankenkasse schriftlich bestätigen zu lassen. 

KANN EIN HEILPRAKTIKER FÜR PSYCHOTHERAPIE MIT DEN KRANKENKASSEN ABRECHNEN?

Ich zähle weder zu der einen, noch zu der anderen Gruppe von Psychologen, die ich oben beschrieben habe. Durch meine Zulassung zur Heilpraktikerin für Psychotherapie darf ich aber die Heilkunde ausüben - beschränkt auf den Bereich der Psychotherapie. 

Ein Heilpraktiker für Psychotherapie - und somit auch ich - kann grundsätzlich nicht mit den gesetzlichen Krankenkassen abrechnen. In Einzelfällen war dies in der Vergangenheit im Ermessen der Krankenversicherung möglich, aber dies bleiben leider Ausnahmefälle. 

UND WAS IST MIT DEN PRIVATEN KRANKENVERSICHERUNGEN?

Dazu kann man keine pauschale Antwort geben, da die Möglichkeiten der Kostenübernahme immer von den individuellen vertraglichen Vereinbarungen jedes Versicherten abhängen. 

Solltest Du privat versichert sein, dann erfrage zunächst bei Deiner Versicherung, ob die Leistungen eines Heilpraktikers für Psychotherapie in Deinem Vertrag enthalten sind. Dann besteht eine reelle Chance, die Kosten meiner Leistungen erstattet zu bekommen. 

UND WENN DAS ALLES NICHT AUF DICH ZUTRIFFT?

Dann kannst Du zumindest meine Rechnungen bei Deiner Einkommenssteuererklärung einreichen. Ggf. werden diese dann vom Finanzamt berücksichtigt. 

3 GUTE GRÜNDE DAFÜR, DEINE SITZUNGEN SELBST ZU ZAHLEN

Aus meiner Sicht, hat es einige Vorteile, wenn Du Deine Sitzungen selbst bezahlst. 

"Was nichts kostet ist nichts wert!"

Kennst Du diesen Satz? Vielleicht ist es uns nicht immer bewusst, aber bei einem Großteil der Menschen trifft diese Überzeugung zu. Wir können die Dinge erst dann wirklich wertschätzen, wenn wir einen Preis dafür zahlen. Denn dann wollen wir, dass sich unsere Investition lohnt, sonst hätten wir das Geld ja gleich zum Fenster hinauswerfen können. Je höher der Preis, desto mehr wollen wir, dass das worin wir investiert haben, auch wirklich funktioniert.  ​

Dazu ein Beispiel: 
Stell Dir vor, jemand kommt zu mir in die Praxis und möchte eine Rauch-Stopp-Hypnose. Der fiktive Preis liegt bei 180,00 €. Angenommen dieser Raucher gibt 6,00 € am Tag für Zigaretten aus, dann sind das rund 180,00 € im Monat. Das Honorar für die Sitzung hätte der inzwischen zum Nichtraucher gewordene Klient innerhalb eines Monats wieder eingespart. Der Klient aber denkt vielleicht: "Wenn es nicht funktioniert habe ich zumindest nicht so viel Geld ausgegeben." Was glaubst Du, wird dieser Klient es schaffen mit dem Rauchen aufzuhören? Ich denke nicht. 

​Nun stell Dir vor, jemand kommt zur Rauch-Stopp-Hypnose und diese kostet 1.000 €. Das tut richtig weh. Aber jetzt wird es spannend: dieser Klient denkt: "Ich zahle so viel Geld dafür, um mit dem Rauchen aufzuhören, also setze ich alles daran, damit es funktioniert!" Jetzt stimmt die Motivation und die Hypnose wird höchstwahrscheinlich zum gewünschten Erfolg führen. 

Wir sind immer dann motiviert, unsere Ziele zu erreichen, wenn wir ein starkes "warum" dafür haben. Ein mögliches "warum" ist, wenn wir einen Preis dafür zahlen, der so hoch ist, dass wir ihn nicht mal eben so aus dem Ärmel schütteln können.

Wir sind so viel motivierter und so viel mehr in der Eigenverantwortung, wenn wir die Leistungen, die wir erhalten selbst bezahlen müssen. 

Ein weiterer Vorteil für den Selbstzahler ist folgender: Krankenkassen zahlen für Psychotherapie. Therapie bedeutet, jemand ist krank und damit behandlungsbedürftig. Möchtest Du aber bei Deiner Krankenversicherung als "psychisch krank" gelten, weil Du Unterstützung für Deine Beziehung brauchst, mehr Selbstvertrauen aufbauen möchtest oder leichter Entscheidungen treffen willst?
Außerdem fragen Lebens-, Berufsunfähigkeit- und private Krankenversicherungen vor Vertragsabschluss nach Vorerkrankungen. Hat jemand in den zurückliegenden 2-5 Jahren eine Psychotherapie gemacht, so wird der Betreffende entweder mit einem Risikoaufschlag belegt oder abgelehnt. Wenn Du selbst für Deine Sitzungen aufkommst, sparst Du den Risikozuschlag für o.g. Versicherungen und läufst nicht Gefahr von einer Versicherung abgelehnt zu werden.

Den dritten Vorteil sehe ich auf Seiten des Psychologen. Wenn die Krankenversicherung einen Antrag auf Psychotherapie bewilligt, dann werden zunächst 25 Sitzungen veranschlagt. Eine Verlängerung ist möglich. Ohne einem Kassenpsychologen nun zu nahe treten zu wollen, so ist es doch menschlich, wenn wir die Arbeit etwas langsamer angehen, solange wir wissen, dass wir noch viel Zeit haben. Rückt die Deadline dann näher, erschaffen wir in kürzerer Zeit viel mehr Ergebnisse als zu Beginn eines Arbeitsprozesses. Warum diesen Umweg gehen wenn er nicht zwingend erforderlich ist? Da ich aber weiß, dass meine Klienten alle selbst bezahlen müssen und dadurch vielleicht nur wenige Male kommen können, werde ich eine so hohe Qualität meiner Arbeit anbieten, dass der Klient seine Ziele in wenigen Sitzungen erreichen kann. 

Mein Anspruch ist es, so zu arbeiten, dass Du mit möglichst wenigen Sitzungen die Veränderungen erreichst, die Du Dir gewünscht hast.

AUF EINEN BLICK - die 3 Gründe dafür, Deine Sitzungen selbst zu zahlen 

  • Du bist motivierter und viel stärker in der Eigenmotivation
  • Deine Krankenversicherung erfährt nichts / Du wirst dort nicht als "psychisch krank" geführt
  • Dein Coach/Psychologe/Heilpraktiker wird sehr viel ergebnisorientierter arbeiten

Vielleicht hilft Dir auch diese Idee:

Finde einen Kassenpsychologen und vereinbare dort einen Termin für Dein Erstgespräch.

Überlege Dir dann, wie viel Geld Du monatlich in Dich und Dein Wohlbefinden investieren kannst und willst.

​Fange so schnell wie möglich mit der psychologischen Unterstützung an (bei mir oder einem anderen HP Psych oder Coach).

​So überbrückst Du sinnvoll die Wartezeit bis zum Therapiebeginn und übernimmst die Verantwortung für Dich und Deine Gesundheit.

Verstehe mich aber richtig:

Manche psychischen Krankheitsbilder, erfordern eine langfristige Behandlung. Und nicht jeder hat die finanziellen Möglichkeiten, dies selbst zu zahlen. Und genau diese Menschen sollten die wenigen Plätze bei den Kassenpsychologen erhalten. ​